Unser letzter Blogpost ist schon etwas mehr als zwei Wochen her und die Ereignisse haben sich förmlich überschlagen! Endlich ging es vorwärts! Nach drei Wochen Sydney wollten wir Abwechselung von den Wolkenkratzern und dem Großstadtsmog. Sydney war der Wahnsinn, vor allem an Silvester, es gab viel zu sehen und es hat uns mehr als nur gefallen. Nachdem wir zuerst die touristischen Sehenswürdigkeiten abgeklappert haben, waren wir auch in den Vierteln außerhalb des Stadtzentrums. Der Flair, die Pubs, süßen Cafés, Parks und die kleinen Boutiquen haben uns gefallen. Es macht Spaß einen Flat White, wie ihn die Australier mögen im Café zu trinken und dabei die entlang schlendernden Leute zu beobachten.
Um endlich mobiler zu sein, dorthin reisen zu können wohin es uns gerade verschlägt und vor allem, um nicht mehr ständig auf der Suche nach einer Unterkunft zu sein, haben wir uns auf die Suche nach einem Campervan gemacht! Schließlich gehören Reisen und Roadtrips zusammen!
Die ersten Vans, die wir besichtig haben waren entweder schrottig oder die Eigentümer hatten keinen Schimmern vom Papierkram. Bei einer unserer Probefahrt sind wir mit der Nase vom Van in einer Tankstellenausfahrt unten aufgesetzt, weil die Feder schon völlig durch war. Uppppss 🙂 Außerdem war die Kurbel vom Fenster kaputt, sodass man es manuell öffnen musste. Unglaublich was für Autos auf Australiens Straßen unterwegs sind. Achso der Van kam für uns nicht in Frage 🙂
Nach weiteren Besichtigungen haben wir unseren Van gefunden!
Ein Paar aus Holland hat ihn nach ihrem zweimonatigen Trip an uns verkauft. Er ist mit nahezu allem ausgestattet, was man sich vorstellen kann und das „Schlafzimmer ist gemütlicher und komfortabler als gedacht!
Das einzige was fehlt ist ein Kühlschrank und eine Klimaanlage! Dafür haben wir eine eingebaute Bassbox gegen Langeweile auf langen Fahrten.
Übergabe war am 14. Januar, also vor gut einer Woche. Danach ging es zu Kmart, einer australischen Version vom schwedischen Ikea, um noch ein paar Sachen für den Van zu besorgen. Als alles verstaut war, sind wir von Sydney nach Katoomba (ca. 100 Kilometer) in die Blue Mountains gefahren. Die Blue Mountains sind ein Gebirge westlich von Sydney, dass jahrelang von den Aborigines bewohnt wurde. Ein Teil der Blue Mountains gehört seit 2002 zum Weltkulturerbe der Unesco. Ziemlich bekannt für die Blue Mountains sind die „Three Sisters“ zu deutsch „Die drei Schwestern“, eine Felsformation, die man von einigen Aussichtspunkten sehen kann.
Die Aussicht war wahnsinnig, vor allem die tiefen Täler. Planmäßig wollten wir in einem Camp in den Blue Mountains übernachten und am nächsten Tag einen Walk durch den Nationalpark machen oder Canyoning probieren. Gerade als wir vom Look Out zum Van zurückgegangen sind, haben wir den erhofften Anruf bekommen. Ein Glück, dass wir Empfang hatten. Kate, die Managerin von der Ziegenfarm, bei der wir uns für einen Job beworben haben und mit der wir schon ein Bewerbungsgespräch hatten, war am anderen Ende. Yeah. Es gab gute Neuigkeiten…Wir hatten den Job! Auf der Farm helfen wir bei der Geburt von Ziegenbabys. Weil einige der Ziegenmütter eine Krankheit haben, die durch Milch oder Kontakt auf die Babys übertragen werden, sorgen wir dafür, dass das nicht passiert. In den ersten Stunden nach der Geburt werden wir sie sauber machen, die erste Milch geben und schauen, dass sie atmen. Problem war nur, dass wir innerhalb von zwei Tagen, das heißt letzten Donnerstag in Laidley (eine Stunde westlich von Brisbane) für einen Arztbesuch sein mussten. Also wurden alle Pläne für die Blue Mountains über den Haufen geworfen! In Laidley wurden wir auf Antikörper für Q-Fieber getestet, um sicherzugehen, dass wir während der Farmarbeit die Krankheit nicht bekommen. Q-Fieber ist eine bakterielle Krankheit mit grippeähnlichen Symptomen, die man durch Arbeit mit Schafen, Rindern und Ziegen bekommen kann. Da wir noch keine Impfung dagegen hatten, bekommen wir diese nächste Woche.
Da zwischen Katoomba und Laidley 978 Kilometer lagen, ging es letzten Mittwoch gefühlt mitten in der Nacht aus dem Bett rauf auf den Highway. Der Weg durch das australische Outback war einmalig. Teilweise waren rechts und links von uns nur Abgrund. Kaum vorstellbar, dass wir stundenlang auf dem Highway gefahren sind, ohne irgendwas außer Felder oder Busch zu sehen. Ein Glück hatten wir immer einen vollen Tank 🙂 Im Nachhinein wäre eine Klimaanlage schön gewesen, denn wir hatten ungefähr 35 Grad. Am Mittwoch haben wir dann auf einem Rastplatz mit Tankstelle und Duschen übernachtet. Wir waren ziemlich überrascht, dass es in Australien so viele Möglichkeiten gibt, irgendwo kostenlos mit sämtlichen und vor allem sauberen Einrichtungen zu übernachten.
Am Donnerstag um elf Uhr morgens waren wir endlich in Laidley. Nach zwei anstrengenden Tagen wurde das auch Zeit, vor allem bei der Hitze! Beim Arzt haben wir dann Kate kennengelernt, die uns nach dem Bluttest mit zu sich nach Hause genommen hat. Bei ihr und ihrer Familie wohnen wir bis die Arbeit auf der Ziegenfarm anfängt. Das Grundstück ist riesig und Kate und ihre Familie haben Pferde, Rinder, Ziegen, 8 Welpen und noch mehr Hunde zum Rinder eintreiben. Ein Traum. Reiten waren wir auch schon!
Gestern hatten wir unseren Trainingstag auf der Ziegenfarm. Kate, eine Tierärztin und der Chef haben uns alles gezeigt und erklärt und uns ein Handbuch gegeben, dass wir bis dahin studieren können. Sobald die Ziegen gebähren, arbeiten und wohnen wir auf der Farm für ungefähr 6 Wochen. Auf der Farm arbeiten wir noch mit einem Paar aus England zusammen und teilen Küche und Bad, geschlafen wird im Van.
Hoffentlich fängt die Arbeit bald an, dann gibt es täglich Ziegenbabybilder 🙂
Liebste Grüße, Fühlt euch gedrückt, René & Elisa










Hallo Ihr beiden da kann Mann schon neidisch werden, toller Van, mit dem schlafen in solcher Lokalitãt wie ihr wisst kenne ich mich ja aus.
Seid froh das es im Moment nur Ziegenbabys sind, alte Ziegen zu melken sind schlimmer, Grüsse aus dem kalten KLZ
Hallo Ihr „zwei“,
wir haben mit großem Interesse eure Reiseberichte gelesen. Ihr seid zu bewundern für euren Mut !
Das Auto ist toll, da habt ihr einen guten Griff gemacht. Heute hat es wieder tüchtig geschneit und gestern war es dafür um so kälter -12 Grad.
Genießt jeden Tag, er bringt euch viel an Lebenserfahrung! Habt eine schöne Zeit!
G.l.G. Angela
Wir waren am Wochenende mit Mutti und Vati in Leipzig( Bei Gertrud 🙂 )
Hallo Autobesitzer (Glückwunsch!!!) und Ziegenhebammen 🙂
Kann man bei der Hitze auch außerhalb des Van schlafen? Oder wegen Tiere zu gefährlich? Auf alle Fälle wäre der Blick nach oben romantischer. …aber ich habe ja einen Sternenhimmel am Vandach entdeckt 😉
Liebe Grüße aus SXF, Achimb